Mandarinenten (Aix galericulata)

Aussehen der Mandarinenten

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Mandarinenten (Aix galericulata)
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Mandarinenten (Aix galericulata) kommen ursprünglich aus Ostasien. Die Mandarinente ist bei uns als Ziergeflügel sehr beliebt. In ihren Heimatgebieten sind die Bestände der Mandarinente jedoch rückläufig und gelten teilweise als gefährdet. Auch hier bei uns gibt es verwilderte Populationen, die aus Tieren bestehen, die ihrem Besitzer weggeflogen sind.

Die Mandarinente erreicht eine Körperlänge von ca. 45 cm. Damit gehört sie zu den mittelgroßen Enten. Mandarinenten gehören zu den Glanzenten.

Bei den Mandarinenten gibt es einen starken Geschlechtsdimorphismus, dass heisst, die beiden Geschlechter sind stark unterschiedlich gefärbt. Die Weibchen sind eher graubraun, während die Männchen der Mandarinente prächtig bunt gefärbt sind. Ein besonderes Merkmal der Erpel der Mandarinente sind die orangeartigen Flügelfedern, die segelartig aufgestellt werden können.

Die Stimme der Mandarinenten ist im Vergleich zu den Zwerg- und Smaragdenten eher angenehm und lange nicht so laut.

Die Weibchen der Mandarinente kann man leicht mit dem Weibchen der Brautente verwechseln. Die Mandarinentenweibchen sind etwas kleiner und an der Flanke gröber gefleckt. Ausserdem haben sie einen schmaleren weißen Augenring. Der Kopf der Mandarinenten ist grau und nicht grünlich wie der der Brautenten.

Mauser der Mandarinenten

Die Mauser des Erpels der Mandarinenten beginnt etwa Mitte Mai. Zuerst wird das Keingefieder durchgemausert, dann folgen die Steuerfedern, während dann im Juli der Abwurf der Schwingenfedern erfolgt. Jetzt sind die Mandarinenten für einen Monat flugunfähig. Im August wechselt der Erpel dann wieder ins Prachtkleid.

Beim Weibchen beginnt die Mauser jedoch erst nach dem Brüten, dass heisst, etwa einen Monat später wie der Erpel.

Lebensraum der Mandarinenten

Da Mandarinenten in Baumhöhlen brüten, die bis zu 9 m hoch sein können bevorzugen sie als Lebensraum Binnengewässer, die von Wald umgeben sind. Ausserdem kommen sie an den Mittel und Unterläufen zahlreicher Flüsse der Laubwaldtaiga vor. Wildlebende Mandarinenten sind sehr scheu. Sie halten sich meist in dichten Uferpflanzen auf.

Mandarinenten sind recht kälteunempfindlich. Darum können sie auch bei uns im Winter draussen gehalten werden. Da Mandarinenten sehr ortstreu sind, werden sie oft freilebend gehalten. Wenn man ihnen einen ordentlichen Teich, Brutmöglichkeiten und Futter anbietet, dann gewöhnen sie sich recht schnell an einen Ort und haben keine Lust woanders hinzuziehen.

Nahrung der Mandarinenten

Mandarinenten fressen alles, was ihenen gerade über den Weg läuft. Das Nahrungsspektrum geht von Nüssen, Eicheln, Getreidekörnern, Sämereien, Würzelchen, Wasserpflanzen bis zu Insekten, Fischlaich und Würmern. Die Zusammensetzung ihrer Nahrung richtet sich deshalb nach dem aktuellen Angebot und deshalb auch nach der entsprechenden Jahreszeit.

Vermehrung der Mandarinenten

Mandarinenten können bereits in ihrem zweiten Lebensjahr brüten. Die Paarbildung beginnt bereits im Winter davor. Mandarinenten sind monogam, dass heisst, sie bleiben über mehrere Jahre zusammen und sorgen jedes Jahr für Nachwuchs. Die Brutzeit ist im Juni oder Juli. Die Brutgelege sind nicht besonders groß, lediglich 6 - 10 weiße Eier werden in der Baumhöhle abgelegt. Dies ist wesentlich sicherer als am Boden zu brüten. Es brütet das Weibchen allein. Sie sitzt dabei sehr fest und lässt sich von fast nichts stören. Die Brutdauer beträgt 28 - 31 Tage.

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Mandarinenten (Aix galericulata)
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Nach dem Schlupf springen die Entchen auch aus hoch gelegenen Baumhöhlen herunter ohne sich zu verletzen. Jetzt laufen sie so schnell wie möglich zum nächsten Gewässer. Bei Gefahr tauchen sie unter oder verstecken sich in der dichten Ufervegetation.

Die Jungen sind von Anfang an schon sehr selbstständig. Nachts werden sie anfangs noch von der Ente gewärmt. Im Alter von 40 - 45 Tagen sind junge Mandarinenten flugfähig. Sie bilden Schwärme und lassen sich an geeigneten Gewässern nieder. Dort bilden sie im Winter Paare und können in ihrem 2. Lebensjahr schon für neuen Nachwuchs sorgen.